
Die Kunstgeschichtliche Gesellschaft zu Berlin veröffentlichte von 1890 bis 1998 die Schriftenreihe Sitzungsberichte der Kunsthistorischen Gesellschaft. Ihr Erscheinen war lediglich zwischen Mai 1941 und Februar 1952 unterbrochen. Sie dokumentiert Vorträge und Forschungsergebnisse nicht nur aus der Berliner Kunstgeschichte, sondern auch über die Grenzen Europas hinaus. Ihr Erscheinungszeitraum umfasst mehrere politische und wissenschaftliche Umbrüche: Kaiserreich, Weimarer Republik, NS-Zeit, Nachkriegszeit, Teilung Deutschlands und die Zeit bis kurz vor die Jahrtausendwende. Die Reihe gehört damit zu den langlaufenden Publikationen der Berliner Kunstgeschichte und dokumentiert über viele Jahrzehnte die Vorträge, Sitzungen und wissenschaftlichen Aktivitäten der Gesellschaft sowie der Forschung deutscher wie internationaler, renommierter Historikerinnen und Historiker.
Für die aktuelle Forschung ist die Reihe vor allem als Quelle zur Fach- und Institutionsgeschichte relevant. Ihr ist ablesbar, welche Themen in der Kunstgeschichtlichen Gesellschaft und im Fach Kunstgeschichte per se zu ihrer Zeit verhandelt wurden, wie sich Methoden und Interessen verschoben und wie sich das Berliner Fachnetzwerk entwickelte. Sie spiegelt frühe Fachdebatten und Vortragsinhalte, die in späteren Überblickswerken kaum noch sichtbar sind.
1998 strich der Berliner Senat die Mittel für die Druckkostenzuschüsse, weshalb die Schriftenreihe eingestellt werden musste.
Die Sitzungsberichte werden derzeit vollständig digitalisiert und Ihnen an dieser Stelle zum Download angeboten. (Stand: 04. Mai 2026)
Außerdem veröffentlichte die Kunstgeschichtliche Gesellschaft zu Berlin die von 1918 bis 1926 bei E. A. Seemann verlegte und von Gustav Kirstein herausgegebene Zeitschrift Kunstchronik und Kunstmarkt. Wochenschrift für Kenner und Sammler, die bereits vollständig digitalisiert bei der Universitätsbibliothek Heidelberg zur Verfügung steht: https://doi.org/10.11588/diglit.29150.
Ihre Gründung geht auf den 30. Januar 1866 zurück, als sie zunächst unter dem Titel Kunstchronik. Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe im Leipziger Verlag E. A. Seemann als Beiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst zum Kunstgewerbeblatt erschien.
Ab 1890 erschien sie als Neue Folge, bevor die Kunstgeschichtliche Gesellschaft zu Berlin die Herausgeberschaft unter geänderten Titel ab 1918 übernahm. Zahlreiche renommierte Kunsthistoriker, unter anderem Hans Tietze aber auch die für die Berliner Forschung herausragende Kunsthistorikerin Frida Schottmüller, gehören zu den Autoren des Blatts.
Ab 1922 war Alfred Kuhn, einer der in den 1920er-Jahre produktivsten Kunsthistoriker, Redaktionsleiter und übernahm die Herausgeberschaft der Zeitschrift, nachdem die Kunstgeschichtliche Gesellschaft zu Berlin sie 1926 einstellte, da der Absatz wegen der Hyperinflation im Jahr 1923 stark rückläufig war.
