Möbel von Welt für Karl III. von Spanien (1759–1788)

Ausstellungsansicht "Canops. Möbel von Welt", © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk, Berlin
Ausstellungsansicht "Canops. Möbel von Welt", © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk, Berlin
Schreib- und Toilettentisch, Jean-François Oeben, Paris um 1754/57, © Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Residenz München / Stephan Klonk, Berlin
Schreib- und Toilettentisch, Jean-François Oeben, Paris um 1754/57, © Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Residenz München / Stephan Klonk, Berlin
Schreibbureau mit exotischem Marketeriedekor, Madrider Hofwerkstatt von Karl III. unter Leitung von José Canops, Madrid um 1772/73, © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk, Berlin
Schreibbureau mit exotischem Marketeriedekor, Madrider Hofwerkstatt von Karl III. unter Leitung von José Canops, Madrid um 1772/73, © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk, Berlin

Ausstellungsführung mit Dr. Achim Stiegel

18. Januar 2024, um 16:30 Uhr

Kunstgewerbemuseum am Kulturforum

Anlässlich der Erwerbung eines prächtigen Schreibmöbels widmet das Berliner Kunstgewerbemuseum dem Madrider Hoftischler José Canops (1733–1814) eine erste umfassende Einzelausstellung. Der deutschstämmige Ebenist schuf für Karl III. von Spanien spektakuläre Meisterwerke der Möbelkunst und repräsentative Raumausstattungen. Diese waren für das Appartement des Königs in seinem neu errichteten Palast in Madrid bestimmt, der zu den größten und prunkvollsten Schlössern Europas zählt. Eine eigens für die Ausstellung produzierte Panoramaprojektion gibt Einblick in den zu diesem Appartement gehörigen Paradesaal. Im Werk von Canops treffen italienische Traditionen und Pariser Luxus auf die kolonialen Bildwelten Asiens. Sie vereinen sich mit der Präzision deutschen Tischlerhandwerks und dem Reichtum der spanischen kolonialen Welt – darunter die exquisite Verwendung von Mahagoni und anderen exotischen Hölzer. Leihgaben aus Madrid (Patrimonio Nacional und Museo Nacional de Artes Decorativas) und New York (Brooklynmuseum) präsentieren die nach Entwurf des Italieners Mattia Gasparini raffiniert gestalteten Kunstwerke erstmals für ein internationales Publikum außerhalb Spaniens. Die Bayerischen Schlösser und Gärten, München, und die reichen Bestände der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit den Staatlichen Museen zu Berlin eröffnen dem Publikum mit dieser Ausstellung einen bisher verborgenen Kosmos.

 

Dr. Achim Stiegel arbeitet seit gut zwanzig Jahren am Berliner Kunstgewerbemuseum als Kurator der Möbelsammlung und ist ein Spezialist für historische Möbelkunst. Er ist als Gutachter für die Kulturstiftung der Länder tätig und Jurymitglied der TEFAF in Maastricht, in Abständen auch Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Berlin am Institut für Kunstwissenschaft. In Ausstellungen und Symposien widmete er sich unter anderem Abraham und David Roentgen (2007), der Kunst des Deutschen Möbels (2010), dem barocken Lackkünstler Gerard Dagly (2016) oder zuletzt mit Inside Out. Einsichten der Möbelkunst (2018/19) der Berliner Möbelkunst des Neoklassizismus, ein Thema, mit dem er sich seit seiner Dissertation beschäftigt. Er gehört zugleich dem Vorstand der Kunstgeschichtlichen Gesellschaft zu Berlin an.

 


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