Die Entstehung der Sammlung britischer Malerei an der Berliner Gemäldegalerie

Thomas Gainsborough, Bildnis des John Wilkinson, Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin. Foto: Jörg P. Anders
Thomas Gainsborough, Bildnis des John Wilkinson, Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin. Foto: Jörg P. Anders
George Romney, Bildnis der Sarah Mariot, Kriegsverlust, Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin. Foto: Fotoatelier Gustav Schwarz
George Romney, Bildnis der Sarah Mariot, Kriegsverlust, Gemäldegalerie, Staatliche Museen zu Berlin. Foto: Fotoatelier Gustav Schwarz

Vortrag von Ruben Rebmann

11. Oktober 2018, 18:00 Uhr

Gobelinsaal des Bode-Museums

Die Eröffnung des Kaiser Friedrich-Museums brachte 1904 der Gemäldegalerie einen weiteren und bisher wenig beachteten Neuanfang. Mit dem Erwerb des Bildnisses des „Squire Wilkinson“ von Thomas Gainsborough begann der Aufbau einer eigenen Abteilung britischer Malerei. Innerhalb von zehn Jahren gelang es Wilhelm von Bode und Max J. Friedländer, eine kleine Sammlung von Gemälden englischer und schottischer Maler des 18. und frühen 19. Jahrhunderts zusammenzutragen, die zwischen Paris und St. Petersburg ihresgleichen suchte. Die substantiellen Kriegsverluste und die Erwerbungen der 1970/80er Jahre haben diese Gründungsgeschichte in Vergessenheit geraten lassen. 

 

Der Vortrag widmet sich neben den Etappen und Motivationen der Aufbaugeschichte zunächst auch der Frage, warum an einem Museum der „vorzüglichsten Meister aller Epochen, Nationen und Schulen“ (A. Hirt), wie sich die Berliner Galerie seit ihrer Gründung selbst verstand, das Sammeln der englischen Meister erst etliche Jahrzehnte später begann. In diesem Zusammenhang soll auch die Frage nach der Bewertung der älteren britischen Malerei im Berlin des frühen 20. Jahrhunderts gestellt werden. Akteure und Werke der Gründungsgeschichte der Abteilung werden ebenso vorgestellt wie auch das Verlangen der Berliner Museumsdirektoren nach ihrem ersten Gainsborough.

 

Ruben Rebmann hat nach einem wissenschaftlichen Volontariat bei den Preußischen Schlössern und Gärten Berlin-Brandenburg seit 2010 an mehreren Ausstellungsprojekten der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin gearbeitet, die in Kooperation mit internationalen Partnern wie dem Metropolitan Museum New York ("Gesichter der Renaissance") und dem Victoria and Albert Museum London ("The Botticelli Renaissance") veranstaltet wurden.