Kuratorinnenführung durch Maria Lopez Franjul y Diez de Corral in der Ausstellung „El Siglo de Oro. Die Ära Velázquez“

Diego Velázquez, Die drei Musikanten, um 1616-1620, Berlin, Gemäldegalerie, Foto: Volker-H. Schneider
Diego Velázquez, Die drei Musikanten, um 1616-1620, Berlin, Gemäldegalerie, Foto: Volker-H. Schneider

Die Kunst des Siglo de Oro – des Goldenen Zeitalters Spaniens – gilt als bedeutender Beitrag zur europäischen Kulturgeschichte.

Gerade in den vergangenen Jahrzehnten ist das internationale Interesse an der spanischen Kunst des 17. Jahrhunderts kontinuierlich gestiegen. Alleine in den letzten Jahren rückten zahlreiche Ausstellungen sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten einzelne Aspekte oder Künstler dieser Epoche in den Mittelpunkt.

Die Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, die eine der bedeutendsten Sammlungen spanischer Gemälde in Deutschland besitzt, bietet die einmalige Gelegenheit, diese herausragende Kunstepoche und ihre enge Verbindung zu den sozialen und ökonomischen Veränderungen ihrer Zeit anhand von Originalen der Malerei, Bildhauerei und Zeichnung in einer umfassenden Übersicht kennenzulernen. Dank 64 internationaler Leihgeber können etwa 130 Meisterwerke von Velázquez, El Greco, Zurbarán und Murillo sowie von in Deutschland bislang kaum bekannten Künstlern wie Alonso Cano oder Gregorio Fernández erlebt werden.

José de Ribera, Madonna mit dem hl. Bruno, 1624, Berlin, Gemäldegalerie, Foto: Volker-H. Schneider
José de Ribera, Madonna mit dem hl. Bruno, 1624, Berlin, Gemäldegalerie, Foto: Volker-H. Schneider

„El Siglo de Oro. Die Ära Velázquez“ zeichnet am Beispiel der wichtigsten Kunstzentren Spaniens – Toledo, Valencia, Sevilla und Madrid – den historischen Wandel des Landes nach, dessen Kunstproduktion untrennbar mit den politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen des 17. Jahrhunderts verbunden war. Ausgerechnet in jenem Jahrhundert, in dem das zuvor mächtigste Land Europas zusehends seine politische Hegemonie einbüßte, erreichte die spanische Kunst ihren Höhepunkt: Es entwickelte sich eine eigenständige Bildsprache und Ikonographie, die aufs engste mit der zeitgenössischen Realität und den sie bestimmenden Mächten – der Kirche und dem Adel mit dem König an seiner Spitze – zusammenhing. Beide nutzten die Kunst als propagandistisches Instrument zur Vortäuschung vermeintlicher Stärke und Stabilität.

Die Ausstellung steht unter der gemeinsamen Schirmherrschaft Seiner Majestät Felipe VI., König von Spanien, und des Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Pedro Roldán, Mater Dolorosa, um 1660-1675, Berlin, Skulpturensammlung, Foto: Antje Voigt
Pedro Roldán, Mater Dolorosa, um 1660-1675, Berlin, Skulpturensammlung, Foto: Antje Voigt

Dr. María López-Fanjul y Díez del Corral, Kuratorin der Ausstellung, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Generaldirektion der Staatlichen Museen zu Berlin. Sie ist zugleich Kuratorin der in die Ausstellung integrierten Sektion Zeichnungen.