Besichtigung der Sammlung Werner des Johanniterordens. Führung durch Hartmut Krohm

Fußschale in Porzellan für Humboldt mit antikisierender Gemmenmalerei, KPM BerlIn, 1817. Foto Johanniterorden
Fußschale in Porzellan für Humboldt mit antikisierender Gemmenmalerei, KPM BerlIn, 1817. Foto Johanniterorden

Zu den Museumsschätzen von hervorragender Bedeutung, die es in Berlin im Verborgenen zu entdecken gilt, zählt die Sammlung des Juweliers Louis Werner († 1931), die dessen  Sohn Eckart († 1967) in ihrem Umfang in seiner Villa in Grunewald erheblich erweiterte und schließlich dem Johanniterorden vermachte. Aus der Sammlung des Vaters, der – seit 1888 in Berlin nachweisbar – ein Juweliergeschäft in der Friedrichstraße betrieb und sich mit dem Titel Hofjuwelier verschiedener deutscher Fürstenhäuser schmücken durfte, entstand vor allem durch Erwerbungen nach dem Zweiten Weltkrieg ein der Kunst und dem Mäzenatentum der Hohenzollern seit König Friedrich II., dem Großen, gewidmetes Museum. Es ersetzt sicherlich nicht das im Zweiten Weltkrieg untergegangene Hohenzollern-Museum in Schloss Monbijou, dennoch besticht es durch die hohe künstlerische und kulturhistorische Bedeutung seiner Sammlungsstücke.

Zwei Fußschalen in Porzellan mit allegorischer Darstellung von Tag und Nacht, KPM Berlin, 1827. Fotos Johanniterorden
Zwei Fußschalen in Porzellan mit allegorischer Darstellung von Tag und Nacht, KPM Berlin, 1827. Fotos Johanniterorden

Allein schon die Präsentation der Sammlung Werner wirkt faszinierend auf den Besucher. Die Ausstattung der Räume mit Gemälden, Skulpturen, Möbeln, Goldschmiedearbeiten und vor allem Porzellan seit der Ära Friedrichs des Großen über den Berliner Klassizismus der Schinkel-Zeit bis hin zur wilhelminischen Belle Époque um 1900 vermittelt eine Vorstellung glanzvoller großbürgerlicher Ambiente vor dem Ende der Monarchie. Im Mittelpunkt der Führung stehen als Hauptwerke einzigartige Zeugnisse der Berliner Porzellankunst, Vasen, Fußschalen und Plastiken der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin, wie man sie in einer solchen Vielzahl von Beispielen höchster künstlerischer Qualität nur selten an einem Ort vereinigt findet.

Bildnisbüste König Friedrichs II. von Preußen in Porzellan (nach Entwurf von Johann Gottfried Schadow?, 1805/06), KPM Berlin, Neuausformung um 1910. Foto Richard Kurc/Jörg Stolpmann
Bildnisbüste König Friedrichs II. von Preußen in Porzellan (nach Entwurf von Johann Gottfried Schadow?, 1805/06), KPM Berlin, Neuausformung um 1910. Foto Richard Kurc/Jörg Stolpmann
Bildnisbüste des späteren Königs Friedrich Wilhelm IV. als Kronprinz in Biskuitporzellan (nach Entwurf von Johann Gottfried Schadow?), KPM Berlin, 1810. Foto Richard Kurc/Jörg Stolpmann
Bildnisbüste des späteren Königs Friedrich Wilhelm IV. als Kronprinz in Biskuitporzellan (nach Entwurf von Johann Gottfried Schadow?), KPM Berlin, 1810. Foto Richard Kurc/Jörg Stolpmann